Der lange Weg ins Internet
Montag. Start in die Woche und schon wieder hockt man in seinem Schuhkarton (aka Büro) und i) friert, weil die Klimaanlage alles auf Norpol abkühlt, ii) ärgert sich, weil die (zugegebenrmassen professionellen) Sysadmins einen keinen Zugang zum Abteilungsnetzwerk mit dem privaten Laptop gewähren und man deshalb nur über unglaublcihe Umwege drucken kann und iii) wird halb wahnsinnig, weil sich ein undefiniertes Fiepen nicht lokalisieren lässt. Von abstellen keine Rede…
ABER, den eigentliche Ärger hatten wir am Wochenende, wo man uns seitens COX communications versprochen hatte, nach 1 Wochen endlich unseren Internet-Anschluss freizuschalten. Wir also schön ein gebrauchtes Kabelmodem gekauft und am SA beim Kundenservice angerufen, um die MAC Adresse registrieren zu lassen und dann loszusurfen (one Internet auch kein Sykpe und keine billigen Telefonate in die Heimat). Und so nahm das Drama seinen Lauf (ihr müst Euch vorstellen, dass wir uns vor jedem Anruf ca. 4 min bis zum technischen service durchkämpfen mussten):
0.Prolog:
Es hat ungefähr eine Woche gedauet, bis wir erfahren haben, dass unsere online-Anmeldung irgendwo im System verschwunden ist, wir uns auch nicht telefonsich anmelden können (da keine Social Security Number) und zu einem COX COMMUNICATIONS retail shop fahren müssen. Egal. Hingefahren, angemeldet, Termin bekommen für SA. Wir müssten nur noch den Tech-service anrufen, um das Modem registrieren zu lassen. SA Abend:
1.Akt: Rick
Will die 20 stellige Serien-Nummer des Modems, die 12 stellige Kunden SN-Nummer und meinen Accountnamen
wissen. Lässt einige Zeit nichts von sich hören, bis er mich dann fragt wo ich das Modem erstanden habe. Als ich sage, dass es gebraucht ist wird er aufbrausend und sagt, dass er nicht autorisiert ist, dieses Modem einzutragen. Das könne nur sein Boss. Ich verlange, den Boss zu sprechen und werde nach ein paar Minuten Warteschleife mit Beethoven verbunden mit
2.Akt: Tally
Tally sagt mir, dass das Modem schon registriert ist, und dass sie erst mit dieser Person sprechen müssten, um das Modem abzumelden und dann auf meinen Namen einzutragen. Sie würde mit ihrem Boss sprechen (sie selber nicht autorisiert) und mich dann zurückrufen. Ich warte. Nach einer halben Stunde kommt ein Anruf. Rick ist am Apparat.
3. Akt: Rick
Rick sagt, dass es ein Proble mit dem Modem gibt und rät mir, es zurückzugeben. Es gehörte offensichtlich jemandem, der seine Rechnungen nicht bezahlt hat und bevor die Person nicht zahlt, geben sie das Modem nicht frei.
Super! Ich rufe also den Verkäufer an, der mir sagt, dass er das Modem selber auf dem Flohmarkt gekauft hat und den ursprünglichen Besitzer nicht kennt. er bietet mir an, es gegen ein anderes einzutauschen. gibt mir noch MAC Adresse, Seriennummer (20 stellig!!) und die Kunden-SN (auch lang) durch, damit ich vorderhand checken kann, ob das Modem sich registrieren lässt. Ich rufe also wieder (von meinem Handy) die Beethoven Warteschleife an und kämpfe mich durch bis zur Tech-line.
4. Akt: Tara
Tara ist sehr speditiv, lässt aber nicht zu, dass ich mit meinem Bekannten Rick persönlich spreche. Sie will mir unbedingt selber helfen und schaltet das Modem (was zu dem Zeitpunkt immer noch beim local dealer ist) schon frei, was dann zu einiger Verwirrung ihrerseits führt, als ich unfähig bin, es anzuschliessen und einzuschalten. Egal. Läuft doch wie geschmiert, denken wir und los, rein ins Auto, 20 min hin zum dealer, 20 min zurück zum dealer und angeschlossen das Moden. Und? Kunstpause. Kunstpause. Kunstpause. Nix. Kein Internet, jedenfalls nicht bei uns. O.k., es gibt ja noch die Installations-CD, vielleicht muss man auch erst die TCP/IP Einstellungen anpassen. CD rein, durch die Menus durchgeklickt 10 mal neu gestartet, Anschlüsse rein und raus, Modem resettet- aber nichts geht. Irgendwas mit DCHP falsch. Also nochmal ans Telefon und ab in die Helpline zum Techsupport (5 min Beethoven inkl.).
5. Akt: Michelle
Michelle weiss gar nicht wo das Problem liegt, ich soll doch einfach die Installations-CD reinschieben und dann sollte alles laufen. Da sie das Modem angeblich bei sich im System sieht, traue ich ihr und mache alles nochmal durch. Ohne Erfolg. Langsam beginnen meine Nerven zu flattern und ich rufe nochmal an (Gabi weigert sich standhaft).
6. Akt: Morgan
Morgan ist der E R S T E, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er sein Handwerk versteht. Er bringt ein wenig Licht ins Dunkel, indem er zugibt, dass sie von der Zentrale K E I N M O D E M sehen können und das seiner Meinung nach der Fehler deshalb höchst wahrscheinlich am Hausanschluss liegen muss. Er hackt einen service-Auftrag ins System, gibt mir einen provisorische Nummer und rät mir, am SO morgen früh um 8 nochmal anzurufen, um Dirnglichkeit anzumelden, damit der Service Mann früher kommt als am DI.
Ich koche wegen der Fehl-Info von obiger Michelle, bin aber ein wenig beruhigt und gehe mit Kopfschmerzen vom 50 min kumulierten Beethoven-Minuten schlafen. Um 8:05 Uhr am SO morgen hänge ich wieder am Telefon, nachdem ich noch schnell 25 $ Auf mein Handy geladen habe. Die alte Prepaid-Karte war völlig runtertelefoniert.
7. Akt: Tamara oder Tessa oder Samantha
Die Dame ist ein wenig verwundert, als ich meine Nummer für den service-Auftrag durchgebe und verrät mir, dass der Auftrag noch am Vorabend G E L Ö S C H T wurde. G E L Ö S C H T!!! Warum und wieso kann sie nicht sagen, sie sieht auch nicht, wer ihn gelöscht hat. Morgan? Malcolm? Ich wittere eine Verschwörung, als sie mir sagt, dass sie mir nur eine neue Service-Nummer geben könne, wobei der Elektriker aber nicht früher als DI kommen könne. Sie könne mich aber auf eine STANDBY Liste schreiben, so dass ich früher bedient würde, wennjemand anderes absagt. Ich schaudere. W I E S O Konnte das Morgan gestern Abend nicht schon machen? Warum sollte ich nochmal anrufen? Und was hat Beethoven mit alledem zu tun? Mysteriös. Jetzt ist MO, wir harren der Dinge, die sich da um uns zusammenbrauen.
Posted: November 20th, 2006 under San Diego.
Comments: 5
Comments
Comment from hasenterror
Time: 20. November 2006, 4:43 pm
I
Comment from Mann ohne Vornamen
Time: 21. November 2006, 3:11 pm
Jizzle, mein Freund! Hab grad heut über Vieraugen-Hank von eurem Blog erfahren. Freut mich, dass Ihr euch trotz Modem-Conspiracy erfolgreich am einnisten seid. Freut mich auch, dass dein Musik-Link auf die Hasenfratzen weist. Hell yeah! Und was mich fast am meisten freut: dass Du nun doch zu Beethoven-hören verdonnert wirst. Endlich mal was Kultiviertes für Deine chomsky-car-park-north-reinhard-may-vergorenen ohren. vale ex turico, pascal *dou* sorry: zuber
p.s.: beste grüsse auch von sabine!
Comment from Karlas Mama
Time: 22. November 2006, 7:00 am
Oje - ich kann gleichzeitig heulen und lachen über diesen Beitrag. Mein uneingeschränktes Mitgefühl habt ihr sicher, denn solche Horrorgeschichten ZIEHE AUCH ICH MAGISCH AN! Sei es Deutsche Telekom, Finanzamt, 1und1…
Zum Trost spendier ich Euch eine Social Securitynumber, mit der ist ja anscheinend einiges einfacher in den USA:
***hier Ihre persönliche Gewinnnummer/einfach freirubbeln****
Comment from el nino
Time: 27. November 2006, 11:21 am
jawoll jörgli!
ich habs geschafft das teil einzusingen. nur mit mastern hab ich keinen blassen, hab die plugins irgendwie nicht dazu. nun denn, sei es drum.
auf jeden fall hack ich das teil heut noch hoch. supppr wurde es, obwohl ich erst ma schluss gemerkt habe, dass auf den spuren hinten noch ein besserer take gewesen wäre…
naja…
Pingback from Rieckermensch » Der lange Weg ins Internet (II)
Time: 30. November 2006, 9:57 pm
[...] Alles wird gut. Auch und obwohl “COX Communications, your friend in the digital age” uns manchen Stein in den Weg gelegt haben: Seit heute haben wir Internet in der Bude. Die lange Vorgeschichte will ich jetzt nicht nochmal aufwärmen, Schwamm drüber. Der Witz an der Sache ist eigentlich auch, dass der Typ der heute vorbeigekommen ist festgestellt hat, dass unser Hausanschluss noch gar N I C H T F R E I G E S C H A L T E T wurde!!! Sobald er das erledigt hatte funktionierte A L L E S. *seufz* Jetzt können wir jedenfalls nach Herzenslust bloggen. Das nächste Projekt ist, irgendwie ein paar Fotos hochzuladen, um Euch alle neidisch zu machen (wir frühstücken jeden Morgen bei Sonnenschein auf unserer Terrasse unter Palmen, hehehe). Mal schauen, ob man da eine elegante Lösung findet. Tschüüüüühüüüsss, J. [...]

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